Filmvortrag von Remo Largo
20.04.2012 (20:00:00)

Remo H. Largo, geboren am 24. November 1943 ist Professor für Kinderheilkunde und Entwicklungspädiatrie. Herr Remo Largo hat von 1978 bis 2005 die Abteilung Wachstum und Entwicklung am Kinderspital Zürich geleitet.
Im Jahr 1993 veröffentlichte Largo sein erstes Buch „Babyjahre“ (Carlsen Verlag, Hamburg 1993), später den Folgeband „Kinderjahre“. Largo warnte darin besonders vor dem Förderwahn innerhalb der Familie und der Schule und stellte fest: „Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.“ Er will damit bei Eltern und Erziehern Verständnis für die biologischen Gegebenheiten wecken und für die Vielfalt kindlichen Verhaltens. Das Hauptinteresse seiner wissenschaftlichen Tätigkeit galt den Zürcher Longitudinalstudien, in denen die Entwicklung von mehr als 700 Kindern von der Geburt bis ins Erwachsenenalter aufgezeichnet und analysiert wurde.
Largo rät Eltern zu mehr Gelassenheit, denn Kinder seien heute oft "überfördert". Für ihn ist das Folge einer Erfindung, die er eine "Zäsur in der Menschheitsgeschichte" nennt:
Durch die Pille seien Kinder das Ergebnis einer bewussten Entscheidung geworden und das habe Folgen für die Erziehung. "Eltern haben den Anspruch, dass ihr Kind nicht durchschnittlich ist", sagt Largo, "dadurch entsteht die furchtbare Hysterie: Wie fördert man Kinder am besten?"
Das Beste, was wir als Eltern und Fachleute tun können: Das Kind so nehmen wie es ist! Remo Largo ist Vater von drei erwachsenen Töchtern und Großvater von 4 Enkelkindern.
Schönemetzer Filmproduktion, 72 Minuten